Singen fördert Gemeinschaft zwischen Generationen und Konfessionen - Mehr als 100.000 Deutsche singen in Gospelchören

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stellt Gospelstudie in Karlsruhe vor 

Gospelsängerinnen und -sänger sind danach im Schnitt 42 Jahre alt und damit deutlich jünger als die in Kirchengemeinden engagierten Menschen (52 Jahre), erläuterte Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens
vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Die Chormitglieder seien größtenteils weiblich (80 Prozent). Mehr als die Hälfte von ihnen (56 Prozent) habe mindestens die Fachhochschulreife, heißt es in der Studie «Begeisterung durch Gospelsingen».

Gospelsingen stärkt bei 44 Prozent der mehr als 8.400 befragten Frauen und Männer das Gefühl der kirchlichen Verbundenheit. Fast jeder Dritte (32 Prozent) fühle sich zudem in seiner Religiosität
gestärkt.

Musikalisch bevorzugten die Gospelsängerinnen und -sänger eher moderne, rhythmusbetonte Stilrichtungen wie Pop, Musical und Rock. Klassische Musik werde weniger gehört. Volksmusik, Operette und Schlager träfen sogar überwiegend auf Ablehnung. Gospelsänger seien Angehörige des «Selbstverwirklichungsmilieus», sagte Ahrens.

Nachwuchssorgen gebe es bei den Gospelchören nicht. Sie wirkten integrierend nicht nur für Jung und Alt, sondern auch für Neueinsteiger sowie Sänger anderer Konfessionen, so Ahrens. Nicht nur die Freude am Singen und das Gemeinschaftsgefühl ist den Sängerinnen und Sängern wichtig. 84 Prozent sagten zudem, dass ihnen der Gospel «neue Kraft für den Alltag» gebe.

Die Studie zeige, dass die Gospelchöre in den Kirchengemeinden Ökumene lebten. «Sie integrieren und stiften Gemeinschaft zwischen Konfessionen und Generationen», sagte Landesbischof Fischer. Die
Gottesdienstbesucher identifizierten sich wesentlich über die Musikstile. Daher müssten die Gottesdienste noch vielfältiger werden.

Die Studie weise nach, dass besonders jüngere Menschen, die im Gospelchor Begeisterung und Spaß erlebten, «der Kirche und dem Glauben näher kommen», sagte Oberlandeskirchenrat Hans Christian
Brandy (Hannover). Gospelchöre seien Ausdruck einer fröhlichen und missionarischen Kirche. «Das wollen wir weiter fördern», so Brandy.

Zurück